Haarausfall nach der Geburt: Was hilft?
Haarausfall nach der Geburt ist für viele frischgebackene Mütter ein häufiges und verunsicherndes Problem. Nach der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen dazu führen, dass mehr Haare als gewöhnlich in die Ruhe- und anschließend in die Ausfallphase übergehen. Dadurch kann das Haar vorübergehend dünner wirken. In den meisten Fällen ist dieser Haarausfall jedoch zeitlich begrenzt und das Haarwachstum normalisiert sich allmählich.
Warum fallen die Haare nach der Schwangerschaft aus?
Während der Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel. Dadurch bleiben viele Haare länger in der Wachstumsphase, weshalb das Haar häufig voller und dichter erscheint.
Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel wieder. Viele Haare wechseln daraufhin gleichzeitig in die Ruhe- und Ausfallphase. Dieser Vorgang wird häufig als postpartales Telogen-Effluvium bezeichnet.
Der verstärkte Haarausfall wird oft erst einige Monate nach der Geburt deutlich und kann sich anschließend über mehrere Monate hinweg langsam verbessern.
1. Auf eine nährstoffreiche Ernährung achten
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für gesundes Haarwachstum. Nach der Geburt sollten insbesondere folgende Lebensmittel Bestandteil der Ernährung sein:
- Eiweißreiche Lebensmittel wie Eier, Fisch, Fleisch und Hülsenfrüchte
- Eisenreiche Lebensmittel wie mageres Fleisch, Bohnen und grünes Blattgemüse
- Obst und Gemüse
- Vollkornprodukte
- Gesunde Fette aus Nüssen, Samen und Avocados
Während der Stillzeit können sich die Ernährungsbedürfnisse verändern. Hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel speziell gegen Haarausfall sollten jedoch nur nach Rücksprache mit einer medizinischen Fachkraft eingenommen werden.
2. Nährstoffmangel überprüfen lassen
Ein Eisenmangel und andere Nährstoffmängel können Haarausfall verstärken. Wenn der Haarausfall sehr stark ist oder länger als erwartet anhält, kann ein Arzt prüfen, ob Blutuntersuchungen sinnvoll sind.
Wird ein bestehender Mangel festgestellt und entsprechend behandelt, kann dies die normale Haarbildung unterstützen.
3. Haare und Kopfhaut sanft pflegen
Während einer Phase mit verstärktem Haarausfall sollte das Haar möglichst schonend behandelt werden. Verwenden Sie milde Shampoos und Conditioner und vermeiden Sie sehr straffe Zöpfe, Dutts oder andere Frisuren, die an den Haarwurzeln ziehen.
Auch häufiges Hitzestyling, Bleichen und aggressive chemische Behandlungen sollten möglichst reduziert werden.
Eine sanfte Massage der Kopfhaut beim Waschen kann angenehm sein. Sie sollte jedoch nicht als wissenschaftlich bewiesene Behandlung gegen postpartalen Haarausfall betrachtet werden.
4. Ausreichend Ruhe finden und Stress reduzieren
Die Betreuung eines Neugeborenen kann es schwierig machen, ausreichend zu schlafen. Trotzdem ist Erholung ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Genesung nach der Geburt.
Nehmen Sie, wenn möglich, Unterstützung von Familie oder Freunden an und versuchen Sie, auch tagsüber kurze Ruhepausen einzulegen. Stressreduktion stoppt den Haarausfall nicht unmittelbar, kann aber das allgemeine Wohlbefinden während der Erholungsphase unterstützen.
5. Geduld beim Nachwachsen der Haare haben
Postpartaler Haarausfall verschwindet normalerweise nicht innerhalb weniger Tage. Das Haarwachstum braucht Zeit.
Wenn sich der natürliche Haarzyklus wieder stabilisiert, können nach und nach kurze neue Haare entstehen, insbesondere entlang des Haaransatzes. Bis das Haar wieder seine ursprüngliche Dichte erreicht, können mehrere Monate vergehen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Obwohl Haarausfall nach der Geburt häufig vorkommt, sollte ungewöhnlich starker oder anhaltender Haarausfall ärztlich abgeklärt werden.
Sprechen Sie mit einem Arzt oder Dermatologen, wenn Sie:
- deutlich abgegrenzte kahle Stellen bemerken
- starke Rötungen, Schmerzen oder Juckreiz der Kopfhaut haben
- einen starken oder zunehmend schlimmeren Haarausfall feststellen
- zusätzlich unter starker Müdigkeit, unerklärlichen Gewichtsveränderungen oder ungewöhnlicher Kälteempfindlichkeit leiden
- den Eindruck haben, dass Ihr Haar nicht wieder dichter wird
Eine medizinische Fachkraft kann mögliche Ursachen wie Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen oder andere Formen von Haarausfall untersuchen.
Können Haarwuchsmittel helfen?
Nicht jedes Mittel gegen Haarausfall ist während der Schwangerschaft oder Stillzeit geeignet. Bevor Sie Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder intensive Haarwuchsbehandlungen verwenden, sollten Sie deshalb mit Ihrem Arzt sprechen – insbesondere wenn Sie stillen.
Seien Sie außerdem vorsichtig bei Produkten, die ein sehr schnelles Nachwachsen der Haare versprechen. Es gibt keine garantiert wirksame Behandlung, die normalen postpartalen Haarausfall sofort rückgängig machen kann.
Haarausfall nach der Geburt kann belastend sein, ist jedoch häufig ein vorübergehender Teil der körperlichen Anpassung nach der Schwangerschaft. Eine ausgewogene Ernährung, die Behandlung von Nährstoffmängeln, eine sanfte Haar- und Kopfhautpflege, ausreichend Erholung und Geduld können ein gesundes Nachwachsen der Haare unterstützen.
Wenn der Haarausfall sehr stark, fleckenförmig oder ungewöhnlich langanhaltend ist, kann ein Dermatologe oder eine andere medizinische Fachkraft die Ursache feststellen und eine geeignete Behandlung empfehlen.



